Ein Video abzuspielen ist einfach. Es genau in dem Moment abzuspielen, in dem der Backing-Track startet, und das Licht auf dem Schnitt wechseln zu lassen, jeden Abend, da stossen Laptops und Mediaplayer an ihre Grenzen. Rocket Show spielt Video als Teil einer Show: Das Video gehört zusammen mit seinem Audio, MIDI und Licht zu einem Cue, und alles startet gemeinsam.
Kurz gesagt: Jede Komposition (ein Cue, meist ein Song) kann ein Video enthalten. Es läuft im Vollbild über den HDMI-Ausgang, auf SPARK bis 4K, und startet mit Audio, MIDI und Licht dieser Komposition. Spring an eine Position, und alles springt mit.
So funktioniert es
Eine Komposition enthält die Dateien, die zusammen starten: beliebig viele Audio- und MIDI-Dateien und höchstens ein Video. Füge das Video mit Hinzufügen → Mediendatei hinzu, lade es hoch oder wähle es aus der Mediathek, und speichere. Wenn die Komposition läuft, füllt das Video den Bildschirm am HDMI-Ausgang; wenn es endet, bleibt der Bildschirm bis zum nächsten Video schwarz.

Weil alles eine Zeitachse teilt, bewegt der Positionsregler auf der Startseite Bild, Ton und Licht gemeinsam. Das Licht im Lichtdesigner liegt auf der Wellenform desselben Songs, so bleibt ein Blitz auf dem Schnitt im Video auch auf dem Schnitt.
Einstellungen pro Datei
Die Einstellungen des Videos in der Komposition bestimmen, wie es sich innerhalb des Cues verhält:
- Verzögerung
- Starte das Video so viele Millisekunden nach der Komposition. Ein Video, das erst im ersten Refrain einsetzt, braucht keine zwei Minuten Schwarz am Anfang.
- Wiederholen
- Wiederhole das Video, bis die Komposition endet: eine zehnsekündige Hintergrundschleife unter einem fünfminütigen Song.
- Deaktivieren
- Behalte das Video in der Komposition, aber überspring es, für eine Location ohne Leinwand.
Auch die Komposition selbst kann sich wiederholen. Eine Komposition mit Video und Soundtrack in Schleife läuft den ganzen Tag, genau das, was eine Installation oder ein Bildschirm im Wartezimmer braucht.
Bild und Ton aufeinander abstimmen
Beamer und grosse Bildschirme verarbeiten das Bild, bevor sie es zeigen, und das braucht Zeit: oft ein oder zwei Frames, manchmal mehr. Das Ergebnis ist ein Bild, das dem Ton leicht hinterherhinkt. Unter Einstellungen → Video verschiebt eine globale Abspiel-Verzögerung in Millisekunden das Video gegenüber allem anderen. Audio und MIDI haben jeweils ihre eigene, so lassen sich die Ausgänge aufeinander abstimmen, egal was Bildschirm oder PA an Verzögerung hinzufügen.

Formate und Auflösung
Rocket Show spielt MP4-, MOV-, M4V-, MKV-, AVI- und MPEG-Dateien. Welcher Codec drinsteckt, ist wichtiger als der Container:
- H.264 in einem MP4, kodiert in der Auflösung deines Bildschirms, ist die verlässliche Wahl für Full HD. Es lässt sich wie das Audio pausieren und spulen.
- H.265 (HEVC) ist die Wahl für 4K. Der BCM2712-Prozessor von SPARK und dem Raspberry Pi 5 dekodiert es in Hardware. Der Hardware-Decoder kann allerdings weder pausieren noch springen: Eine Komposition mit einem H.265-Video läuft vom Anfang bis zum Ende durch, und eine Schleife startet es wieder von vorn.
Kodiere in der Auflösung deines Bildschirms, damit während der Show nichts skaliert werden muss. Jedes Videotool kann die Umwandlung erledigen; HandBrake und ffmpeg sind kostenlos.
Video starten, ohne dass jemand Play drückt
Nicht jedes Video wird von jemandem auf der Bühne gestartet:
- Die Standard-Komposition startet, wenn das Gerät startet, und immer dann, wenn nichts anderes läuft. Mach sie zu einem Logo in Schleife, einem Standby-Bild oder dem Einlassvideo, und der Bildschirm ist nie leer.
- Der Zeitplan startet Kompositionen zu einer Tageszeit, an ausgewählten Wochentagen oder in einem Intervall. Siehe Installationen.
- Taster und Sensoren an den digitalen Eingängen, MIDI-Noten und HTTP-Requests starten eine Komposition nach Name. Ein Beispiel findest du bei den Escape Rooms.
Wo es eingesetzt wird
- Bands zeigen ein Video auf der LED-Wand hinter dem Drummer, geschnitten auf den Backing-Track. Siehe Backing-Tracks.
- Theater fahren Projektionen als Cues, aus der Setlist oder aus einem Cue-Raster auf dem Tablet.
- Museen und Ausstellungen zeigen einen Film den ganzen Tag in Schleife, und das Raumlicht wechselt mit.
- Escape Rooms spielen einen Hinweis auf einem Bildschirm ab, sobald ein Rätsel gelöst ist.
Worauf es läuft
Rocket Show SPARK hat einen HDMI-Ausgang bis 4K eingebaut, neben seinen Anschlüssen für Audio, DMX und MIDI. Die kostenlose Community Edition nutzt den HDMI-Ausgang deines Raspberry Pi 5. Die Einstellungen sind ausführlich in der Dokumentation erklärt.
Fragen
- Welches Videoformat soll ich verwenden?
- Ein H.264-MP4 in der Auflösung deines Bildschirms ist die zuverlässigste Wahl, und es lässt sich pausieren und spulen. Für 4K nimm H.265 (HEVC), das der BCM2712-Prozessor von SPARK und dem Raspberry Pi 5 in Hardware dekodiert; es läuft am Stück durch, ohne Pause oder Springen. MOV-, M4V-, MKV-, AVI- und MPEG-Dateien laufen ebenfalls.
- Kann ich ein Standbild zeigen?
- Nicht als Bilddatei. Rendere das Bild als kurzes MP4 und lass es sich wiederholen: Es bleibt so lange auf dem Bildschirm, wie die Komposition läuft. Wenn kein Video läuft, ist der Bildschirm schwarz.
- Kann ein Gerät zwei Bildschirme bespielen?
- Ein Gerät spielt ein Video, im Vollbild über seinen HDMI-Ausgang. Für einen zweiten Bildschirm nimmst du ein zweites Gerät dazu und lässt das erste es steuern. Die beiden tauschen Befehle über das Netzwerk aus, statt sich eine Uhr zu teilen; alles, was bildgenau zum Ton laufen muss, gehört deshalb auf dasselbe Gerät.
- Startet das Video von selbst, wenn das Gerät eingeschaltet wird?
- Ja, wenn du seine Komposition zur Standard-Komposition machst. Sie startet, wenn das Gerät startet, und immer dann, wenn nichts anderes läuft; mit eingeschaltetem Wiederholen läuft sie, bis jemand etwas anderes startet.